2017 Roadtrip Eurasien

05.05.2017
Nachdem ich zum heutigen Zeitpunkt 35 Länder/Inseln besucht habe, steht nun eine interessante Herausforderung an. Ich werde mit meinem Pickup nach Wladiwostok fahren. Die Planungen laufen, Visum ist in Bearbeitung… läuft also alles. Reisestart wird am 27. oder 28.Mai 2017 sein und ich werde für diese Reise 90 Tage unterwegs sein. Vom Niederrhein über Polen, Litauen, Lettland, Estland nach Russland bis Wladiwostok und zurück. Auf meiner Rückreise werde ich auch die Mongolei besuchen. Ob ich russisch spreche?… sagen wir es mal in Schulnoten, es wäre eine megaschlechte sechs. Das Auto: Ein Pickup Mitsubishi L200 Baujahr 2004, Diesel, KM Stand 105.000… Ich habe für Auto, Inspektion, Dachzelt, Gepäckträger, Reifen etc. knapp 13.000,00 Euro bezahlt. Mein KFZ Meister des Vertrauens hat meinem Pickup einen Topzustand attestiert :o) Hier will und werde ich über meine Reise berichten, Fotos posten und meine Erlebnisse so interessant wie möglich beschreiben.

23.05.2017
Es ist angerichtet und der Tag der Abreise ist so gut wie da. Am Donnerstag 25. Mai 2017 starte ich nach Polen, das Auto ist reisefertig und auch bei mir ist der Ruf nach Abenteuer unüberhörbar laut geworden. Mein Plan war von Anfang an der Landweg nach Wladiwostok, eine gewisse Vorbereitungszeit war nötig und wurde bestens genutzt. Ich werde Teile der Welt bereisen, die geprägt sind durch Einflüsse aller großen Weltreligionen, Traditionelle Völker und Bräuche hautnah erleben und von verrückt bis gefährliche Abenteuer erleben. Ich sage nun Mission possible 🙂 Bevor man sich versieht sitzt man im Auto. Der Heimat den Rücken zugewendet. Das Lenkrad in Richtung Abenteuer eingeschlagen. Der Kofferraum voller Erfahrungen, die darauf warten erlebt zu werden. Die Kamera-Speicherkarte heißhungrig auf Foto- und Filmdaten. Die Hoffnung und das abgegebene Versprechen aller Daheimgebliebenen sicher und gesund wieder zu kommen, liegt tief in der Seele. Es kann los gehen!


Ein letzter Probeaufbau meines Camp`s zu Hause… Ein letzter Check

Nachdem ich also wie angekündigt am Donnerstag 25.5.2017 aufgebrochen war, hab ich bei Hannover meine erste Nacht im Auto verbracht. Das Zelt wollte ich nicht aufbauen und wurde auch prompt mit ungemütlichem schlafen bestraft… egal. Am Freitag ging es weiter nach Polen, ich wollte ans Meer und habe deswegen Warschau ausgelassen. Tolles Land und eine sagenhafte Natur. Kann Luft nach Honig riechen? Ich kannte gelbe Blütenfelder nur als Rapsfeld, in Polen fuhr ich oft an ebenfalls gelben Feldern vorbei und es trieb mir den Geruch von Honig in die Nase. Als ich am Straßenrand einige Honighändler sah, dämmerte es mir irgendwie. Masuren… ich dachte ja immer, wo ich wohne ist ein tolles Seengebiet, na da muss man mal in die Gegend Masuren in Polen TRAUMHAFT. Ich fuhr durch ein Dorf, man darf es gerne Nest nennen weil es gab 10 Häuser und 3 Strommasten, soweit nichts besonderes,- jedoch war auf jedem Strommasten ein Storchennest… als 3 Stück in jenem Nest 🙂 Ich fuhr dann weiter nach Litauen…

Direkt an der Grenze in Lettland knallten mir, naja was soll ich sagen, fette große Flugtiere gegen mein Auto, das hörte sich so richtig mies an. Nach 5 KM war es dann auch schlagartig vorbei, die treiben sich wohl nur am Grenzübergang rum 😉 Es war so 22 Uhr als die Sonne unterging, das Abendrot wollte und wollte nicht enden, ich glaube gegen Mitternacht war es dann stockdunkel an jenem Horizont wo die Sonne sich bis zum nächsten Tag verabschiedet hat. Eine weile fuhr ich noch und nachdem ich das erste Ausländische Auto überholte (Ein Höllander mit Wohnwagen) wurde auch prompt ein Foto von mir geknipst. Bei Tempo 90 auf einer Art Autobahn? Mal schauen ob und was da noch kommt. Weiter ging es nach Lettland wo ich jetzt gerade bin, auch am Meer auf einem Campingplatz. Dieser gehört mir ganz alleine sowie die Dünen und der Strand. Es ist einfach keine Menschenseele hier außer der Betreiber der sich gerade die 10 Euro Standgebühr holte. Als er erfuhr das ich nach Wladiwostok fahre, staunte er ganz gut, zeigte jedoch keine Freude (Okay, die Baltischen Staaten stehen der Russischen Förderation kritisch gegenüber)

Campingplatz in Lettland, hier war ich der einzigste Camper 🙂

Hier noch etwas lustiges (für euch leser) von der Nacht auf dem Campingplatz der mir alleine gehörte. Der Betreiber holte sich ja die 10 Euro bei mir ab und fuhr dann wieder. Als ich dann so gegen 21 Uhr oben im Dachzelt lag, konnte ich vor Kopfschmerzen nicht einschlafen… ein Sturm draußen das ich dachte gleich lieg ich mit dem Zelt auf der Wiese, kalt war es auch und der Gedanke das der Betreiber ja wüsste wo ich mein Portemonnaie habe.. . Ich versuchte dennoch einzuschlafen. Keine Chance, dann hab ich mich selbst ausgetrickst und zu mir gesagt „Wenn es noch vor 24 Uhr ist stehst du auf“ ein Blick auf die Uhr 23:55 …also raus in die Kälte und Aspirin holen, Portemonnaie sichern und auch noch drauf achten das die 2 wilden Schäferhunde vom Betreiber mich in Ruhe lassen. Naja die Nacht habe ich dann gut durchgeschlafen.

30.05.2017
Jetzt bin ich in Estland. Norwegen und Schwedenkenner werden hier vieles von dort erkennen. Diese tollen Holzhäuser und nicht endend wollende Landstraßen mit Fichtenwäldern. Auch die Sprache ähnelt der finnischen. Ein Fuchs hat vor gut einer Stunde die Strassenseite fix gewechselt. Blieb dann stehen aber als ich ausstieg um ihn zu fotografieren rannte er weg. Mit den Störchen hat man es da leichter.

Typische tolle Holzhäuser im Baltikum

31.05.2017
Gestern auf dem weg bis hierher konnte ich bei Anbruch der Dämmerung viele Rehe sehen, ich beschloss daher die Landstraße zu verlassen und landete hier, in einem kleinen Ort am See, dieser See trennt Estland von Russland. Nun habe ich zum ersten mal in einem Hostel eingecheckt. Zeit für mich ein Fazit über die besuchten Länder zu ziehen. Polen ist okay, freundlich und locker. Litauen und Lettland… nie mehr. Keiner kann englisch und meist unfreundlich. Estland TOP alle können gut englisch, sehr freundlich und die Menschen kommen von alleine auf einen zu… wo kommst du her und wohin geht’s, kannst du mich mal anziehen, mein Anlasser ist kaputt usw. Estland liegt ja nun auch direkt an Finnland, da trennen gerade mal 3 Eimer Wasser die Länder.  Daher auch identische Sprache. Also für mich heißt es jetzt, noch 1x schlafen dann beginnt das eigentliche Abenteuer RUßLAND. Danke an meine Familie dass das so möglich ist.

Hostel „Kalameestemaja“ in Estland

Traumhafter Sonnenaufgang am „Lake Peipsi“ in Estland

02.06.2017
Nach einem traumhaften Sonnenaufgang bin ich zum Glück sehr früh aufgebrochen und durfte das dann auch mit 8 Stunden Wartezeit am Grenzübergang Narwa zu Russland „bezahlen“ Erst wurde ich von der Grenze 3 KM zurück geschickt um mir ein Ticket zu holen, als ich dies nach 4,5 Stunden hatte, zur Grenze bei den Esten lief’s gut… dann der russische Zoll. Ein DIN A4 Blatt, beidseitig alles kyrillische Schrift… muss ausgefüllt werden. Egal… am Ende war ich auf russischem Boden. Ein Schwedisches Motorradpäärchen lernte ich kurz kennen, sie konnte russisch und erklärte mir, wie ich die Bank finde, wo ich Euro wechseln kann. Selbst in dem Grenzort sprach kein Russe nur ansatzweise englisch. Ich stürze mich einfach weiter und tiefer ins Abenteuer. Aktuell bin ich 300 Km nördlich von Moskau. Ein Hagelschauer hat mich heute morgen geweckt…alles gut.

Grenzübergang Narwa (Estland – Russland)

Nicht einfach mit dem Internet hier… sitze jetzt in einer Mall bei Subway. Es hat mich bereits hinter das Uralgebirge getrieben wo ich heute morgen im Schnee stand. Russland hat viel zu bieten, in 4 Tagen war ich 5x von der Polizei kontrolliert worden aber weil wir uns alle nicht verstehen trennt man sich schnell wieder mit einem freundlichen „doswedanie“ (Auf wiedersehen)

Im Uralgebirge lag Schnee aber ich hab passende Kleidung dabei 🙂

Achso, falls sich jemand fragt, warum das Kassenhäuschen an der Tankstelle aussieht wie ein Kerker, dort oben im Uralgebirge ist die Hochburg von Bären und Wölfen. Na beim Tanken sollte man sich also beeilen und immer 2 Augen in der Gegend schweifen lassen.

Gefährliche Gegend im Uralgebirge, Bären und Wölfe sind hier zu Hause

1x war ich bisher Essen, an einem Streetfoodstand und ich hatte Bärenhunger. Wieder alle nix verstehen aber die Frau gab sich Mühe „Zupa“ ? Ich „Da“… sie „Salat“? Ich „Da“ Jetzt ging es ums essen, ich zeigte ihr meine Liste wo von Schwein über Huhn bis Rind so ziemlich alles übersetzt draufstand… sie fand das Wort nicht… dann fragte sie „Schaschlik?“ ich „DA!!!“ zeigte aber nochmal auf meine Liste, sie schaute wieder und las als ob sie das jetzt zum erstenmal sah… wieder stand das Fleisch was sie mir andrehen wird nicht mit drauf. Sie erwiederte „Schaschlik?“ Ich so… „Schaschlik“ Ich werde nie erfahren was es war.

Als ich auf dem Weg von Estland Richtung Moskau fuhr sah ich am Fahrbahnrand 2 junge Elche WOW… fürs Foto blieben die noch aber dann sofort ab in den Wald zurück… Thema Moskau ist ja auch so ne Sache, mein Navi schickte mich mitten rein statt außen rum (wollte nicht nach Moskau rein) Auf jeden Fall hat sich diese Stadt auf meiner persönlichen Verkehr NOGO Skala an Rom vorbei auf Platz eins katapultiert. Es herrscht regelrecht Krieg auf den Straßen und es ist nur Stau, bis 50 KM nach draußen vor die Stadt STAU in alle Richtungen… wenn ich an die Schlachtenbummler nächstes Jahr zur Fußball WM denke… HÖLLE Mein Navi schickte mich überflüssigerweise auch noch in Moskau selbst falsch und ich musste einem BMW hinterherfahren der über eine rote Ampel fuhr (Es war nur für Busse erlaubt) und prompt Polizei… bla bla nix verstehen. Der Kollege erzählte was von „Dollar“ und der andere winkte mir zu nach dem Motto „Fahr jetzt“


Endlich raus aus Moskau

Mein Auto heißt jetzt nicht mehr Pickup oder so, er heißt nun RUSSIANATOR 🙂 Hat er sich verdient weil er hier alles rockt was es zu rocken gibt… und das ist einiges was Autos hier abverlangt wird. Meine Heckscheibe ist etwas, was unglaublich viele hier abfotografieren. Auch wenn ich mal vom Auto weg bin… viele schauen sich das Auto an und knipsen die Weltkarte. Bestimmt denken die ich war mit dem Auto an all den markierten Orten. Russland ist einfach toll, ich bereue keine Sekunde dieser Reise (und hab da vor 2 Tagen noch anders gedacht)… alles gut.

Die endlose Weite Russlands muss man selbst erleben

Als ich also weiter Richtung Omsk fuhr, begleitete mich gut 1 Stunde lang eine 6er Biker Gruppe aus Rumänien und fuhren dann weiter als ich eine kurze Rast machte. Beim tanken gab mir der Tankwart seine Rabattkarte, die ich doch beim bezahlen vorzeigen soll „Souvenir“ meinte er 😉  hab ich natürlich gemacht. In Omsk angekommen hatte ich komplett vergessen das es schon 22 Uhr war, die Zeitzonen ändern sich ja ständig. Wlan fand ich bei MCD. Omsk ist bekannt für seine vielen alten Kirchen, mir war jedoch wichtiger das es endlich wärmer war. Am Stadtausgang machte ich mein Abendessen und kippte mir dabei kochendes Wasser über den Fuß der zwar in Schuhen steckte aber ich hatte 3 Tage was davon. Dann in die Nacht hinein, weiter Richtung Novosibirsk, ich fühlte mich topfit und bin die Nacht durchgefahren.


Omsk, inzwischen bin ich im asiatischen Teil Russlands

!!!!!!! Schreckensminuten !!!!!!! Thema Sicherheit in Russland. Zwischen Novosibirsk und Irkuts hat mich irgendetwas inneres vor schlimmeren bewahrt. Um 3:00 nachts… steht da in den Bergen nach einer Kurve ein weißer Lada und 1 Typ im Auto ein anderer im Armylook und wollten mich anhalten, sie winkten mit so einem Stock, den auch die Polizei hier hat. In Bruchteilen von Sekunden sagte ich mir, dass es keine echten Cops waren… also Gas geben und sie fuhren auch hinter mir her. Sch… dachte ich. Keine anderen Autos, weit und breit nichts… bergauf haben die Probleme… toll – es dauerte 35KM bis ich deren Licht im Rückspiegel nicht mehr sah und endlich war auch ein LKW Parkplatz da. Ich da drauf und wollte nun wissen ob die auch da ankommen… natürlich nicht und es gab auch keine Abfahrt vorher, also bin ich 100% einem Verbrechen entkommen. Zumal ich ja mittlerweile weiß wie hier Polizei aussieht und wie Kontrollen stattfinden. Mein Instinkt war ein guter.


An jeder Busthaltestelle ist auch ein „Plumsklo“

Irkuts lasse ich schnell hinter mir, der Verkehr fast chaotischer als Moskau, ich mach da nicht mehr mit 😉 Auf also Richtung Baikal… was ich meinem Russinator hier zumuten muss… Berge und Steigungen so das ich mindestens 3 LKW sah, deren Maschinen gerade fast verreckten. Mir fällt auch gerade keine vergleichbare bergige Strecke in D ein zum Vergleich. Am Baikalsee angekommen, fahre ich zum ersten Aussichtspunkt wo auch andere Ankömmlinge stoppen, es riecht so lecker denn da wird frischer Fisch gegrillt, die ganze Atmosphäre ist toll. Das Wetter ist eher nicht so mein Fall aber man steht am vielbesungenen, weltbekannten tiefsten See der Welt. Hier fahre ich etwas herum und übernachte mit tollem Blick auf den See, immer wieder mit dem Geräusch des Zuges der den See umfährt. Auf Bergen in der Nähe liegt noch Schnee. Ich frühstücke gemütlich am nächsten Morgen, spüle meinen kram weg und begebe mich gemütlich weiter Richtung Ulan Ude.


Am Baikalsee angekommen


Hier wird frischer Fisch gegrillt und verkauft


Mein Schlafplatz, direkter Blick auf den See

Ulan Ude lasse ich hinter mir (komme ja auf dem Rückweg nochmal vorbei) und fahre nach Chita, auf dem Weg dorthin wieder durch eindrucksvolle Gegenden. Ca. 100 KM vor Chita fahre ich einfach mal links ab wo ein schöner See ist, ich stehe an einem extremen Salzsee, kaum angekommen sprach mich Denis an, ein Russe aus Chita der mit der ganzen Familie dort Picknick machte, ich solle doch gleich zu denen kommen und Wodka trinken… ich machte mich etwas frisch und ging zu dieser sehr netten Familie. An jenem Nachmittag kam noch ein Päärchen auf mich zu und schenkte mir einen Talismann, ein weiteres älteres Päärchen die mir eine gute Reise wünschten und ich solle aufpassen. Zwei junge Burschen die auf der Durchreise nach Moskau waren, schenkten mir ein Army Proviantpaket… ich war hin und weg über diese tolle Gastfreundschaft. Man lud mich auch für den nächsten Tag zum Picknick ein. Was man beim erzählen nicht verstand wurde in den Sand gekritzelt 🙂


Denis mit der ganzen Familie beim Picknick


Was für eine Ruhe am Salzsee

14.06.2017
Die 10.000 KM habe ich mittlerweile überschritten, der Weg von Chita nach Khabarovsk sind 2.300 KM wo einfach nur Natur und Asphalt zu sehen ist. Eine Strecke wo man oftmals 30-60 Minuten kein Auto sieht. Hier musst du durch wenn das Ziel Wladiwostok ist. Hin und wieder ein Waldbrändchen worum sich niemand kümmert, es sind 3 Tage die du nur fährst um aus dieser öden Gegend rauszukommen. Ein junges Holländisches Pärchen wollte als Anhalter mitgenommen werden, der LKW direkt hinter mir lud die beiden ein, als er sie dann an der Bundesgrenze bei den Polizisten raus ließ, ging ich auch hin, man hat denen wohl das ganze Auto geraubt. Wenn ich bedenke das dies auch mein Rückweg sein wird…hmmm. Ich bin ehrlich froh, als ich wieder in die belebte Region Khabarovsk komme. Dort versorge ich mich mit Essen & Trinken. Am Nachmittag komme ich mit Peter ins Gespräch, er erzählte mir von seinen Reisen bisher. Ich fahre danach wenigstens in Richtung Wladiwostok (788KM)…


tolle und einsame Plätze findest du überall


15m freie Wodkaauswahl 🙂

Als ich Khabarovsk verlasse, herrscht Berufsverkehr stadtauswärts bzw. es ist recht voll. Je weiter ich fahre wird es mit dem Verkehr stark weniger, es wird schnell dunkel, rechts von mir sehe ich über China die Sonne Untergehen… ich denke so: „Wow, du hast es echt geschafft, bist bald in Wladiwostok“ Da fallen mir immer wieder drei gleiche Autos auf, mal überholen die mich, dann stehen die ein paar Kilometer weiter am Rand und fahren wieder los wenn ich vorbei bin. Die Gegend wird immer langweiliger, keine anderen Autos mehr und etwas neblig… dann, ich musste dringend tanken, kam auch ein Schild nach rechts zu einem kleinen Ort. Über eine Schotterstraße ca. 5 KM sollte es zu einer Tankstelle gehen, mittlerweile Mitternacht, da war wieder eins der Autos. Als ich tankte bat ich die Kassiererin in ihrem vergitterten Kassenhaus, die Polizei zur Tankstelle zu rufen. Die kamen auch nach 20 Min. und brachten mich 50 KM weiter sicher an die Bundesgrenze wo ja wieder Polizei war…. Ich durfte an dieser Bundesgrenze im Auto übernachten und fuhr also am Donnerstag gegen 15 Uhr in Wladiwostok ein. Das Gefühl… unbeschreiblich.


Ziel erreicht, ich bin in Wladiwostok

Schnell in die erste Mall die ich sah wegen WLAN und sofort ein Hotel gebucht… Nun bin ich also hier, einen Wunsch den ich mir erfüllt habe.
Wladiwostok ist eine von Containerschiffen und Seefahrt geprägte Stadt, sehr freundlich, groß und weltoffen. Ich habe die 2 Tage genutzt um mal zu entspannen, am Samstag trieb es mich gut 250KM südlich, denn ich wollte an die Grenze zu Nordkorea… keine Chance denn 15 KM vor der Grenze hört die Straße auf. Gleichzeitig war ich nur noch 26 KM von der Chinesischen Ostgrenze entfernt. Schon verrückt wenn ich bedenke wo ich gerade (mit meinem PKW) bin.

Sonntag morgen nach dem aus checken aus dem Hotel wollte ich schnellstmöglich nach Khabarovsk zurück und habe die knapp 700KM auch an jenem Tag zurückgelegt, abends dort angekommen und immer der Gedanke, wieder diese unheimliche Strecke nach Chita zurückzufahren. Jetzt lacht nicht, ich fuhr in eine Mall einkaufen für die Strecke. Ich kaufte auch eine Rolle Malerkrepp womit ich das blaue EU Zeichen auf den Kennzeichen überklebte. So falle ich nicht auf den ersten Blick als Europäer auf denn die Russen haben ganz weiße Schilder. 🙂


Wenn ich Rast machte, teilte ich oft mit den Straßenhunden mein Essen

Die 2.400 Kilometer bis Chita legte ich innerhalb 48 Stunden zurück, ich wollte nur weg da. Der Montag war komplett verregnet was Vagabunden wohl eher zu Hause bleiben lässt und am Dienstag war glücklicherweise mehr Verkehr als auf dem Hinweg. Ich teilte bei Pausen meine Wurst immer mit den Straßen Hunden und auf einer Rast verliebte sich eine Katze in mein Auto 🙂 Auch die kam nicht zu kurz und haute sich große Stücke Wurst rein. In Chita angekommen, entschied ich mich, wenigstens in Richtung Mongolei zu fahren bis es dunkel wird…gesagt getan. Ab Chita Richtung Süden wurde die Straße zum Alptraum, Schlaglöcher vom feinsten und Schotterwege das man selbst kein Auto sein will.


Nebel liegt schwer auf der Straße


Die Grenze zur Mongolei

Mongolei war für mich immer etwas besonderes, wenn ich Berichte und Dokus geschaut habe, kam ich immer ins schwärmen… HEUTE sollte der Tag sein das ich dieses Land bereise. Als ich nach gut 4 Stunden Grenzüberschreitung und zahllosen Papierkram endlich dieses Land befuhr, wurde mir ganz anders. ICH BINWIRKLICH DA!!! Viele geschäftstüchtige Frauen die rumliefen „Money Change“ und mit ihren dicken Geldbündeln winkten. Wenn du von Russland in diesem Teil der Erde die Grenze passierst, denkst du direkt nach der Grenze „Wie eine andere Welt“ Viel bunter alles, mehr Lebensfreude bei den Menschen… klasse. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Mit den ersten positiven Eindrücken fuhr ich in Richtung Ulan Bator, die Hauptstadt des Landes mit 3 Millionen Einwohnern und einer Fläche die 5x so groß ist wie Deutschland. Auch hier fuhr ich bis zum Einbruch der Dunkelheit. Direkt fielen mir die Jurten auf und eine sagenhafte Landschaft. Was für eine Weite…


Ein Traum wurde wahr… ich bin in der Mongolei

Die Natur bis nach Ulan Bator… Atemberaubend, die Dörfer und das ganze Flair, einfach unfassbar schön. Die Hauptstadt selbst steckt unter einer dicken Smogwolke und es ist ein Verkehr der unbeschreiblich ist. Blinkerhebel scheint es in keinem einzigen Auto zu geben und respektloses und hektisches fahren. Ich persönlich mag keine großen Städte mehr, wollte auch nach 2 Stunden wieder raus aus dem Chaos. Es ist übrigens mit Medion Telefonnetz in der gesamten Mongolei kein Empfang. Null Chance mit den liebsten zu Hause zu telefonieren oder sms. Wlan gab es in Ulan Bator in einer Mall. Egal, ich war froh diese Stadt wieder verlassen zu können. Die Straßen waren übrigens bisher in der Mongolei umwerfend toll… bisher denn das änderte sich schnell als ich nun die Südroute Westwärts fuhr, Richtung Gobi. Natur… Wahnsinn, Wetter… sonnig und warm.


Ich verlasse Ulan Batar nur zu gerne!!!

freilaufende Kuhherden, völlig normal hier

Ich fuhr also westwärts auf der „Southern Route“ …die Fahrt wird immer wieder mal unterbrochen weil man verschiedene freilaufende Herden auf der Straße vor sich hat. Ob Kühe, Yaks, Schafe, Ziegen, Pferde oder Kamele… traumhaft, man flucht nicht sondern genießt das. Adler…immer wieder Adler, ein Murmeltier sah ich, doch es war schneller in seinem Bau als ich fotografieren konnte. Immer wieder huscht eine Mongolische Maus über die Straße und dann diese Jurten. Bei den Nomaden, die übrigens keine Grundstücksmiete o.ä. bezahlen, finde ich toll, das sie minimalistisch leben. Ich stand stundenlang rum und beobachtete diese Menschen, je weiter von der Straße weg desto ruhiger ist es. Die Straße wurde nun zunehmends schlechter und am Schluss nur noch Schotter und Sandpiste. Die Mongolen fahren dann einfach abseits der eigentlichen Straße bis zu 500m entfernt.


Eine „Raststätte“ in der Wüste Gobi


Vorsicht freilaufende Kamele 🙂


Typisch Mongolisch

Stundenlang kein Auto und Mensch gesehen

Ich kam total aus meiner Route raus, so das ich mich hinter eine Familie setzte die auch in meine Richtung fuhr. Das ich der Familie hinterher fuhr stellte sich als richtig heraus denn es waren Routen die ich niemals gefunden hätte. So fuhren wir zwar in die Nacht hinein aber ich wollte nun unbedingt hinter denen bleiben. Als er eine kleine Panne hatte, konnte ich ihm leuchten. Schaut mal der Anhänger den er an seinem LKW hatte, wie im wilden Westen 🙂 Als ich das Navi/Straßen System verstanden hatte und es nicht mehr weit war zur richtigen Route, verließ ich die Familie da die nur mit 30-40 KM/h unterwegs waren. Die Strecke blieb schlimm, Sand und Staubpiste, stockfinster, ich fuhr bis ich plötzlich Jurten und Autos sah, auch hier alles stockdunkel, egal Motor aus und schlafen. Am Morgen stellte ich fest das es eine Art Rastplatz mitten in der Steinwüste Gobi ist, das Drama war also noch lange nicht zu ende außer das ich endlich Menschen sah und wusste das hier leben ist. Hitze und Staub,,, und eine weitere 350KM Strecke die meinem Auto zusetzen sollte.

Als ich mich weiter Richtung Nordwesten arbeitete und zwischen einheimischen Essen und Natur genießen durfte, sollte mich die nächste Schreckensnacht erwarten. Ich gab im Navi Omsk als Ziel ein und fuhr der angegebenen Strecke nach. Irgendwann, und es wird hier von jetzt auf gleich stockfinster, landete ich wieder auf einer Schotterpiste (nicht unnormal hier) 2 Große Hunde verfolgten mein Auto und wollten es sogar aufessen glaub ich, also fuhr ich schneller und irgendwie war ich abseits der Naviroute, stockdunkle Nacht und ich wusste nicht wo ich bin, nur das ich den beiden Hunden entkommen bin. Was nun? Ich stand etwas schräg, vor mir ging es steil runter. Ich stand also mit Herzstillstand irgendwo oben auf einem Berg. Dort blieb ich bei Sternenklarer Nacht stehen bis es hell wurde. Puhhhh ich sehe wieder etwas und entscheide mich dazu, eine andere Route zu nehmen, erstmal 35 KM zurückfahren, egal.


Mein unfreiwilliger Schlafplatz

Als ich meinem kochenden Kühler mal wieder Wasser nachfüllen musste kamen 2 Jungs aus München zu mir, die sind seit 3,5 Monaten mit ihrem Nissan Terrano unterwegs. Teheran, Iran usw. auch klasse Route. Dann waren da die Leute, die Ihre Schafe schoren und im Auto sah ich die Kinder der Leute, ich fuhr einfach mal hin, gab den kleinen Maoam die sie gierig grinsend ergriffen und schaute den Leuten zu. Ich solle doch auch mal und reichten mir die Schere. Hab nur 2x schnipp gemacht denn er merkte auch das die Schere nicht scharf genug ist, ich hätte stundenlang da bleiben können aber wollte auch weiter, im letzten Ort vor der Russischen Grenze 4 kleine Jungs winkend am Straßenrand, also denen auch paar Maoam geben und dieses tolle grinsen, ohne Ängste gegenüber fremden greifen die zu 🙂

Als die Jungs ihre Bonbons hatten bremste ein schnell heranrasendes Moped bei mir, ich dachte jetzt meckert er weil ich den Kindern was gegeben habe aber nein… „You will to Russia?“ als ich nickte sagt er auf englisch das die Grenze heute am Sonntag geschlossen hat und ich soll mitkommen Chai trinken, er hätte auch einen Deutschen Gast… na was hab ich hier zu verlieren, nichts. Also ihm hinterher und nach 2 Minuten stehe ich an seiner Jurte. Er lebt dort mit 2 Schwestern und der Mutter, die Mutter hat die zweitmeisten Kinder in der Mongolei… 17 !!! 10 Töchter und 7 Jungs. Frank aus Dresden, der mit dem Fahrrad unterwegs ist lerne ich kennen und nehme ihn am nächsten Tag mit über die Grenze. Abends gabs in der Jurte Reissuppe und Gebackenes. Sehr nette und Gastfreundliche Menschen. Hier erfahre ich auch nochmal so einiges über das Leben der Nomaden.


So leben die tollen Mongolen


Im inneren der Jurte


Frank aus Dresden, mit dem Fahrrad unterwegs

Als wir am Morgen zur russischen Grenze aufbrechen ist nur Gohan und die Mutter wach und der Rest schläft noch, egal es war toll. Ich nehme Frank noch gut 50 KM bis nach Russland rein mit, wir essen eine Suppe „Borsch“ und verabschieden uns. Er wird seine Frau in Novosibirsk treffen die dorthin fliegt. Ich begebe mich ins wunderschöne russische Altai Gebirge. Dieses zieht sich nach süden über die Mongolei, Kasachstan bis nach China rein. Oben sieht man noch Schnee liegen und bei den Felsmonstern bekommt man Respekt wenn man die Steine am Boden sieht die schon gefallen sind. Überall auch reparierte Löcher in der sehr guten und neuen Asphaltdecke, Es dauert 350KM bis ich überhaupt auch hier in Russland wieder Telefonnetz habe.

Altaigebirge, traumhaft


In Deutschland unvorstellbar, hier normal 🙂

Seit dem Altai Gebirge bewege ich mich westwärts. Teilweise konnte man sein Auto nicht verlassen weil sämtliche Insekten alles belagerten. Bin jetzt an der Asiatisch/Europäischen Grenze und es wird zunehmend heißer. Samara ist eine superschöne Stadt, in Russland kann man übrigens auch Zelten und grillen wo immer man will. Ich bin nach wie vor fasziniert.

Hier säubere ich den Fahrzeug Innenraum vom Staub der Mongolei, er war einfach überall…

Typische Kirchen in Russland, eine schöner wie die andere mit ihren Zwiebeltürmen. Eine Ortschaft kann noch so arm sein, die Kirche ist immer das Prunkstück im Ort.

Bevor ich zur Krim fuhr, wollte ich meinem Auto auch eine Außen Wäsche gönnen. Bei diesen Waschboxen lernte ich Wladimir (den Boss) kennen. Ein Mitarbeiter von ihm übernahm das waschen, wärend er mich in sein Büro holte und einen weiteren Mitarbeiter losschickte, Bier und Trockenfisch zu holen. Er schlug mir auch vor, das ich mit meinem Auto in einer der Boxen übernachten kann. Das gesamte Team war einfach MEGAtoll und freundlich. Ich sollte versprechen daß wenn ich von der Krim zurückfahre, ich bei denen wieder übernachte und sie wollen dann ein Barbecue für mich machen. Hammer….

Nachdem ich 2 Stunden für die Fährüberfahrt (inkl. Ticketkauf) zur Krim brauchte, konnte ich die Schönheit der Gegend genießen und verstehen warum die Russen dieses Stück Land so verehren.

Weinberge und Anbaugebiete beherrschen das Bild auf der Krim

Übernachtung einfach mal kostenlos direkt am Meer, solche Stellen gibt es sehr oft. Hier machen Familien ihren kompletten Urlaub.

Ich verlasse die tolle Halbinsel Krim wieder.

Hier wurde Wort gehalten, bei der Waschboxanlage angekommen, wurde zünftig gegrillt und …naja… auch Wodka getrunken 🙂 Ich verbrachte eine weitere Nacht in einer der Boxen, hier ist 24 Stunden was los.

Auf Parkplätzen treiben sich grundsätzlich ganz liebe Straßen Hunde rum, die bleiben auf Abstand auch wenn sie bettelt. Sicher sind sie schon oft von Menschen geschlagen oder getreten worden. Ich teilte bei jeder Rast mit den Hunden mein Essen.
Ich werde nun Stephan in Krasnodar aufsammeln und ihn mit über die Grenze nach Georgien nehmen. Der Chef bei den Waschboxen gab mir noch den Tip, nicht über Sotschi zu fahren weil es dort gerade Zankereien gibt zwischen Russland und Abchasien. Gut zu wissen…

Hier die Grenze kurz hinter Wladikawkas Russland/Georgien, ich fahre durch das Kaukasusgebirge nach Stepansminza und lasse dort Stefan raus, er reist nur per Bus und Bahn durch Osteuropa.
Stepanzminda ist eine Minderstadt in der Region Mzcheta-Mtianeti im Norden Georgiens. Der Ort liegt auf 1700 m am Fluss Terek sowie östlichen Fuß des 5047 m hohen Berges Kasbek im Großen Kaukasus

Eine Straße im Ort… nein eine ZUMUTUNG 😉

Der Kaukasus ist ein etwa 1100 Kilometer langes, von Westnordwest nach Ostsüdost verlaufendes Hochgebirge in Eurasien zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer.
  • Höchster Gipfel:
    • Elbrus (5642 m)
  • Höchstpunkt:
    • Elbrus
  • Lage:
    • Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Russland

Durch Georgien bin ich recht zügig gefahren, also ohne besondere Orte zu besuchen. Meine letzte Übernachtung erlebte ich direkt am Schwarzen Meer in Batumi.

Batumi ist eine Hafenstadt am Schwarzen Meer. Als Hauptstadt Adschariens im südwestlichen Georgien hat sie etwa 152.839 Einwohner und ist damit zweitgrößte Stadt des Landes.

Auf geht`s ins Abenteuer Türkei, welches dann doch keines wurde…

Außer das ab sofort schön warm und sonnig war, bin ich von der Türkischen Nordküste am schwarzen Meer eher enttäuscht. Teils sehr schmutzig (durch weggeworfenen Müll) und die Menschen gegenüber Touristen überwiegend sehr unfreundlich, grimmige Blicke und wenig bis gar nicht hilfsbereit.

In der Türkei an jeder Ecke KÖFTE… lecker und günstig

Kurz vor Istanbul habe ich die 30.000 KM geschafft, die Stadt habe ich nur durchfahren aber muss respektvoll sagen: TOLLE SAUBERE STADT… die Autobahnen gehen im Grunde direkt durch Istanbul und zur Rushhour konnte ich wegen stockendem Verkehr einiges sehen. Die Brücke über den Bosporus, die auch Europa mit Asien teilt ist auch wenig spektakulär.
An einer Tankstelle lerne ich Hakim kennen, ein wirklich positiver und lustiger Mensch, er schickte mir noch an der Tankstelle eine Freundschaftsanfrage via Facebook 🙂

Ipsala, hier fuhr ich über die Grenze nach Grichenland…

Kurz hinter Thessaloniki, endlich wieder ruhige Gegend

Thessaloniki ist mit 325.182 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Griechenlands, Hauptstadt der Verwaltungsregion Zentralmakedonien und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der gesamten griechischen Region Makedonien

Ich habe die Ruhe genossen, lernte 2 Hamburger Jungs kennen, die mit dem Fahrrad wieder auf dem Heimweg waren. Wärend ich mich vor der aggressiven Mittagssonne bei den Jungs aufhielt, kam Christos (82) zu uns und sprach in gutem Deutsch mit uns… Er hat in den 1960er auf der Insel Rügen für 6 Jahre gelebt. Christos lud uns drei zu sich ein und versorgte uns mit eiskaltem Bier und bot uns Essen an. Man will ja die Gastfreundschaften nicht enttäuschen und alle sagten „Ja gerne“ …Christos tischte Reis auf uns sagte „Es gibt Reis mit Tintenfisch drinnen“ …ojeeeeeee, da saßen wir nun vor den Tellern, hungrig und es roch so gut. Einer der Hamburger Jungs und ich haben es gegessen und es war okay. Zumal Christos das ja auch öfters isst und gesund und fit wirkte, kann schon nichts passieren dachten wir 😉

Ich fuhr weiter und entschied mich für eine kleine Straße auf meinem Navi, welche mich eigentlich am Meer entlang führen sollte in die nächste Ortschaft. Es war ein Alptraum für Mensch und Auto. Lose Felsbrocken auf der Fahrbahn und neben dem Weg, steile Felsen mit locker sitzenden Felsbrocken… ich habe auf diesen 5 KM bestimmt 3 Liter ausgeschwitzt aber der Weg war so eng das an umdrehen nicht zu denken war.

Auf einem Campingplatz lernte ich den lebensfrohen Brasilianer Pedro kennen, er ist ebenfalls mit Fahrrad unterwegs, sein Ziel: Japan… wow! Wir grillten zusammen nachdem die Koteletts in einer von ihm erstellten Marinade eingelegt wurden. Er nannte mir einen Campingplatz in Albanien den ich unbedingt aufsuchen solle.

Kurz vor der Grenze nach Albanien, entlang der Autobahn wären über 10 KM lang diese Schilder und ein stabiler durchgehender Zaun der eventuelle Bären fernhalten soll. Anscheinend eine krasse Gegend.

Camping Arbi, dieser wurde mir von Pedro empfohlen und der war echt super. Auch die Betreiberfamilie sehr freundlich, alle sprechen gut englisch und tolles Essen. Am Lake Ohrid, einem riesigen See der auch die Grenze zwischen Albanien und Mazedonien darstellt. Das Wetter war zum Glück zweitrangig weil ich mehr die Ruhe und Natur bewunderte.

In dem Ort Pogradec ging ich zum Friseur und brauchte mich wegen des Preises nicht ärgern. Das ganze kostete einen Euro und der Friseur lies sich Zeit und ich erfuhr einiges über Albanien. Ganz tolles Land und superfreundliche Menschen, fast schon schade das der Tourismus ausbleibt.

Pogradec ist eine Kleinstadt im Südosten Albaniens am Südufer des Ohridsees. Pogradec hat 20.848 Einwohner. Die Stadt ist eine der wichtigsten Touristendestinationen des Landes und Amtssitz des gleichnamigen Gemeinde.

Überall in den Bergen sieht man aus diversen Kriegen Schutzbunker bzw. halbrunde Verstecke mit Schießscharten.

Tirana, die Hauptstadt Albaniens

Nach Albanien fuhr ich durch Montenegro und Bosnien i. Herzegowina nach Kroatien. Es war eher nur eine Durchreise inkl. Genießen der Landschaften.

Kroatien wie man es kennt, kristallklares Wasser, überwiegend Steinstrand und tollstes Wetter 🙂 Ich fuhr die Küste entlang und habe alles einfach nur schön gefunden, meine bisherige Reise im Kopf Revue passieren lassen. Die Seele baumeln lassen und die Füße im Meer. Auch hier war ich nicht der Urlauber sondern der Reisende. Habe in 6 Tagen nur 3x auf Campingplätzen gestanden und mich auch langsam auf zu Hause gefreut.

Diego aus Spanien, er ist mit seiner Vespa bis am Nordkap gewesen und war nun auf dem Weg nach Hause. 20.000 KM in 40 Tagen. Getroffen haben wir uns an der Adriaküste nahe Crkvenica.

Weiter ging es nach Serbien, ich fuhr nun also wieder Richtung Schwarzes Meer, wollte doch auch nach Moldawien. Der „Schlenker“ war so eigentlich gar nicht eingeplant aber ich hab ja Zeit und ein zuverlässiges Auto 🙂

In Serbien wirkt das Land recht müde und arm, die Menschen aber sind recht lebensfroh und überraschend freundlich. Ich habe mich wohlgefühlt.

Das Wetter war das Gegenteil von Kroatien trotz Sommer…

Es wurde immer ärmlicher und trostloser, wobei ich das und die unbekümmerte Art der Menschen mag, wenig Regeln und keine unsinnigen Gesetze oder Vorschriften. In Varna fuhr ich über die Grenze nach Rumänien. Der Zöllner war recht lustig und fragte mich ob ich eventuell Asylanten im Auto versteckt habe, die ich nach Rumänien bringe…

Typische Zigeuner Häuser, durch die Zinndächer und Verzierungen sagt der Besitzer „ich habe viel Geld“ …naja, die Häuser fallen auch so auf.

Die Hauptstadt Rumäniens, groß, trostlos und lud mich zum „einfach nur durchfahren“ ein.

Hier die Grenze nach Moldawien

Ein kleiner Ort neben der Hauptstadt Chișinău, hier schlendert ich durch die Marktgänge und konnte sehen wie Kinder ihren Familien fleißig zur Hand gingen.

Chișinău ist die Hauptstadt Moldawiens. Die Stadt ist mit mehr als 700.000 Einwohnern auch die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. Sie ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort, Universitätsstadt und Kulturzentrum.

In Moldawien und das hat mich besonders fasziniert, stehen überall Brunnen, auch außerorts und für jedermann frei zugänglich. Hier kann man rund um die Uhr frisches kaltes Wasser holen.

Jeder Ortsein/ausgang ist aufwenig gestaltet

Hier fuhr ich durch die rumänischen Kaparten da ich nicht durch die Ukraine wollte. Rumänien ist landschaftlich toll.

Sehr viele Kloster findet man in Rumänien sowie auch viele Thermal und Heilbäder.

Auf dem Heimweg in Ungarn am Balaton…

Letzte Nacht auf Reisen, so fertig sehe ich doch gar nicht aus 🙂 Es war eine super Erfahrung die ich jederzeit wieder machen möchte.